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Dirk Meinberg

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Energienews


25.11.2020

Mittel zur Pandemiebekämpfung können Klimaschutz voranbringen

Ex-UN- Generalsekretär Ban  Ki-Moon und Vertreter der EU forderten auf der Jahreskonferenz der  Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) mehr Klimaschutz.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) hat aus der virtuellen Konferenznot bei ihrer Jahreskonferenz eine Tugend gemacht. Hochkarätige Videobotschaften und parallele Sessions machten die Jahrestagung zu einem spannenden Event.

Als Überraschungsgast schaltete sich der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zu. Wie auch später die Vertreter aus der EU betonte er das Ziel, „grüne, nachhaltige Wiederaufbauprogramme  nach COVID-19 zu entwickeln“. Die Klimakrise und die Pandemie seien gleichermaßen existenzielle Bedrohungen, die alle nur gemeinschaftlich in Angriff nehmen können, so Ban Ki-moon weiter.

Deutschland komme dabei auf der europäischen und internationalen Bühne eine Schlüsselrolle zu. „Deutschland bleibt noch ein Monat bis zum Ende seiner EU-Ratspräsidentschaft . Ich hoffe, dass es ein Monat abgestimmter und ausdauernder diplomatischer Bemühungen wird, damit Europa wieder zum Vorreiter beim Klimaschutz wird und sich die 27 Mitgliedstaaten geschlossen hinter das höhere Klimaziel für 2030 stellen“ erklärte er. Dabei verwies er nicht nur auf die Ökologie, sondern auch auf die Ökonomie: „Große Banken und Investoren ziehen sich bereits aus fossilen Brennstoffen und anderen klimaschädlichen Praktiken zurück. Deshalb verzeichnen diejenigen Unternehmen, die das Thema Energieeffizienz verstehen und fördern, etwa mit energiesparenden Technologien für Gebäude und Industrie, das schnellste Wachstum und die meisten neuen Arbeitsplätze.“

Renovation Wave präzisiert EU-Klimastrategie im Gebäudebereich

Kadri Simson, EU-Kommissarin für Energie erläuterte, ebenfalls in einer Videobotschaft, die zentralen Ziele der angekündigten Renovation Wave. Diese hat drei Schwerpunkte: Energiearmut und Adressierung der energetisch schlechtesten Gebäude, Vorbildfunktion der öffentlichen Gebäude sowie Dekarbonisierung. Die EU-Kommission will Anfang 2021 Leitlinien zum Grundsatz „Energieeffizienz an erster Stelle“ vorlegen, die öffentliche Einrichtungen dabei unterstützen sollen, alle Kosten und die umfassenden Vorteile von Investitionen in die bauliche Umwelt angemessen abzuschätzen, und die als praktischer Leitfaden bei der öffentlichen Auftragsvergabe herangezogen werden können. Bis Mitte 2021 werde geprüft, ob ein verbindlicher Mindestanteil erneuerbarer Energien für die Nutzung in Gebäuden eingeführt werden sollte, heißt es im Papier dazu. Ziel sei es, die Energieeinsparung in den nächsten zehn Jahren zu verdoppeln und dazu auch die finanziellen Mittel, die zur Bekämpfung der Auswirkungen der Corona-Pandemie zur Verfügung stehen zu nutzen, so Simson.

Dabei gehe es darum, nicht nur die Energieeinsparung zu adressieren, sondern auch mit der Verbesserung der Lebensqualität durch bessere Gebäude zu argumentieren, erläuterte Stefan Moser vom Direktorat C der Generaldirektion Energie der EU-Kommission. Weiteres Thema sei der Umgang mit Rohstoffen am Bau. Notwendig seien zudem Mindeststandards für Gebäude, die gibt es bislang nicht, sie sollen Teil der nächsten Energieeffizienzrichtlinie auf europäischer Ebene werden. Angestrebt werde für Europa eine Verdoppelung der Sanierungsquote bis 2030 und außerdem eine Erhöhung der Sanierungstiefe.

„Gebäudeenergiegesetz muss nachgebessert werden“

Bei den Diskutanten aus Deutschland im Panel zu Gebäuden herrschte Einigkeit darin, dass Effizienz eine zentrale Rolle spielt, dass man aber alle Hebel braucht. „Wir brauchen Innovationen im Quartier, das darf aber nicht dazu führen, dass wir mit der Effizienz runtergehen“ mahnte Chris Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik der Grünen mit einem Blick auf die Innovationsklausel im Gebäudeenergiegesetz, die gerade das vorsieht.

Martin Neumann, Sprecher für Energiepolitik der FDP, plädierte für eine mehrvalente, aus vielen Quellen gespeiste Energieversorgung in Gebäuden und eine Stärkung des Eigenverbrauchs und der Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten.

Gebäudesanierung muss jetzt ambitioniert sein

Für mehr Qualität in der Sanierung sprach sich Burkard Schulze Darup aus. Mehr als 1,6 Prozent Sanierungsquote sei nicht drin, diese Sanierungen müssten dann aber auch sehr gut sein, betonte er. Wichtig auch: Wärmenetze müssten sich dem geringeren Bedarf anpassen. Er schloss sich der Kritik am GEG an, das müsse 2021 überarbeitet werden mit einem Standard im Neubau auf dem Niveau des derzeitigen KfW-40-Hauses. Er forderte zudem eine Roadmap die diejenigen belohne, die zügig sanieren.

Kühn plädierte für eine Einbeziehung grauer Energie in der Bilanzierung. Und: „Über das Ordnungsrecht müssen wir in die Diskussion kommen.“  Neumann forderte einen stärkeren Fokus auf die Sanierungsstrategie, eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen sowie ein Monitoring der durchgeführten Maßnahmen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit. „Der Sanierungsfahrplan muss in der Förderkulisse anders verankert werden“ unterstützte ihn Kühn. pgl

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